Mit dem Wohnmobil vom spanischen ins französische Katalonien mit Besuch der ehemaligen Hauptstadt La VajolTeil 14 von 17: Überwintern mit dem Wohnmobil in Spanien und Portugal im Winter 2025/2026 Wir bleiben noch einige Tage im grünen und blühenden Norden Spanisch-Kataloniens. Dabei besuchen wir das kleine Dorf La Vajol. Es war für kurze Zeit die Hauptstadt der Zweiten Spanischen Republik. Als letzten Ort Spaniens besichtigen wir das auf einer Basaltklippe liegende Castellfollit de la Roca. Dann überqueren wir die Grenze zum französischen Nord-Katalonien über den 1.513 m hohen Coll d`Ares. 11./12.03. (Rabós - Quirze ) - Cantallops 45 kmWeiter geht es durch den grünen und blühenden Norden Kataloniens.
Nördlich von Cantallops haben wir einen Platz mit Aussicht als Ziel, der leider durch Baumaschinen blockiert ist. Nach einigen hundert Metern bergaufwärts finden wir einen kleinen Platz am Wegesrand mit Blick in die Berge, in die Ebene bis zum Mittelmeer und zu den Hochhäusern von Empuriabrava.
Die Straße führt weiter bis zum Castell de Requesens. Während unserer Mittagspause sind wir überrascht von relativ viel Verkehr. Bei einer Erkundung zu Fuß stelle ich fest, dass der Weg eher schmaler wird und soweit ich gehe, gibt es keine Ausweichstellen. So bleiben wir bis zum nächsten Morgen auf unserem Platz mit Aussicht und freuen uns über tausende Lichter unter uns in der Dunkelheit ( nicht fotografiert ) .
12./13.03. Cantallops - Coll de Manrella 22 kmTraurige spanisch-französisch-deutsche Geschichte am Coll de ManrellaUnser nächstes Ziel ist der Coll de Manrella an der spanisch-französischen Grenze auf 710 m über NN. Nach dem spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 und dem Sieg der Franco-Diktatur flohen tausende Gegner Francos über diesen und andere Pässe nach Frankreich. Einer der Flüchtlinge war Lluís Companys i Jover, der damalige Präsident Kataloniens und Gegner der Militärdiktatur.
Für ihn und alle anderen Flüchtlinge wurden nach dem Ende der Franco-Diktatur ab 1975 an der Grenze mehrere Denkmäler aufgestellt. Dies am Coll de Manrella entstand 1981 und wurde von der spanischen Seite durch eine Straße erschlossen. Weitere Denkmäler und Erinnerungstafeln gibt es unter anderem in La Vajol, einem Versteck vieler Franco-Gegner. Von hier brachen sie auf in die erhoffte Freiheit nach Frankreich, so wie der katalanische Politiker Lluís Companys i Jover. Nun kommt leider die deutsche Geschichte ins Spiel: Nach der Besetzung Frankreichs wurde er durch die Gestapo verhaftet, an Spanien ausgeliefert und durch die Franco-Diktatur zum Tode verurteilt und erschossen.
13./14.03. Coll de Manrella - La Vajol 4 kmLa Vajol, die letzte Hauptstadt der Zweiten Spanischen Republik!La Vajol ist ein hübsches Bergdorf mit 112 Einwohnern. Es liegt knapp 4 Kilometer von der Grenze zu Frankreich am Coll de Manrella und 10 Kilometer von La Jonquera ( E 15 / AP-7 Frankreich Barcelona ) entfernt. Durch La Vajol führte eine wichtige Route der Flüchtlinge nach der Machtübernahme durch die faschistische Franco-Diktatur. Zum Ende der Zweiten Republik ließen sich Teile der Regierung in La Vajol nieder und in den letzten Tagen flüchtete auch der Präsident der Republik in diesen Ort. Insofern war es die letzte Hauptstadt der Zweiten Republik. Von hier flüchteten die Regierungsmitglieder Anfang Februar 1939 über die Grenze nach Frankreich. Bereits 1937 hatte Regierungspräsident Juan Negrín eine Mine beschlagnahmt und hier den Staatsschatz ( Gold und Kunstwerke ) verstecken lassen. Dieser wurde im Februar 1939 zur vorübergehenden Verwahrung an den Völkerbund in Genf übergeben.
Ziegenherde neben dem Parkplatz
Überrascht stellen wir fest, dass es in La Vajol auch in dieser Zeit des Jahres zwei geöffnete Restaurants gibt. Wir besuchen das sehr gute Restaurant Hostal "Casa Comaulis". Es gibt sogar eine deutschsprachige Speisekarte und die Verständigung mit dem netten Betreiber des Restaurants ist kein Problem.
Kroketten mit Entenfleisch (nach Art des Hauses, als Spezialität empfohlen)
Wildschweinpfeffer mit Kartoffeln
Schweinebacke mit Pommes frites
Wir verbringen eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz am Rande des Dorfes.
Wer eine ruhige und sichere Alternative zu den Supermarkt-Parkplätzen an der Autobahn bei La Jonquera und leckeres katalanisches Essen der Berge sucht, findet beides nur 10 Kilometer von der E 15 / AP-7 Frankreich - Barcelona entfernt.
14. bis 16.03. La Vajol - Castellfollit de la Roca 66 kmDen ersten Anlauf nach Castellfollit de la Roca hatten wir wegen einer Unwetterwarnung am 4. März abgebrochen, siehe Teil 12 unseres Reiseberichtes. Jetzt wollen wir eigentlich von La Vajol zum Fort de Bellegarde bei Le Perthus auf die französische Seite der Grenze. Aber nun kommt die nächste Unwetterwarnung für die Nordseite - Böen bis 110 km/h!
Dann bleiben wir lieber noch zwei Tage auf der Südseite, holen unseren Besuch in Castellfollit nach und fahren von dort über den Coll d`Ares nach Frankreich. Castellfollit de la Roca ist ein mittelalterliches Dorf auf einer 50 Meter hohen Basaltklippe zwischen den Flüssen Fluvià und Toronell. Vom Aussichtspunkt vor der Kirche schaut man auf drei Seiten in den Abgrund.
In der Ferne erkennen wir den Gipfel mit dem Santuari de la Mare de Deu del Mont. An die Fahrt vor 8 Jahren können wir uns noch sehr gut erinnern, müssen wir kein zweites Mal machen, siehe YouTube-Video https://youtu.be/9jk50nJv6Ss?is=aNFXLQwndGqYFdlC und Reisebericht
Im "breiten" Teil des Ortes auf dem Felsen gibt es noch PKW der Bewohner.
Je näher man der Spitze kommt, um so enger werden die Gassen.
Übernachtet haben wir in Castellfollit auf einem Parkplatz am Ortsrand zwischen zwei abgestellten unbewohnten Womos und einem abgestellten Pferdeanhänger.
Wenige Minuten nach Sonnenaufgang starten wir am Montag kurz nach 7 Uhr ohne Frühstück. Mit Hilfe von LunaSolCal haben wir ermittelt, dass man Mitte März nur für kurze Zeit die Felsen und die Häuser von Castellfollit de la Roca auf der Nordseite in der Sonne sehen kann. Es klappt gerade so.
16. bis 18.03. Castellfollit de la Roca / Spanien - Prats de Mollo / Frankreich - ( Fort de Bellegarde ) 114 kmÜber Mollo fahren wir am Montag zum Coll d`Ares auf 1.513 m über NN und erreichen auf diesem Wege Frankreich.
Auch hier erinnern Info-Tafel an den Wahnsinn von Krieg, Flucht und Vertreibung, der einfach kein Ende nimmt. Ob machthungrige Politiker oder religiöse Fanatiker - überall auf der Welt immer wieder das gleiche Elend.
Vom Pass fahren wir auf der französischen Seite abwärts.
Die Folgen des Sturmes vom Sonntag sehen wir an mehreren Stellen.
Als ersten Ort auf der französischen Seite der Grenze erreichen wir Prats de Mollo. In diesem hübschen alten Bergdorf war 2014 der Wendepunkt unserer Reise durch Zentralmassiv und Pyrenäen und wir wurden von sehr netten Wohnmobilnachbarn zu einem Wohnmobildinner in unserem Campingbus eingeladen! Die Geschichte dazu und Bilder aus Prats de Mollo gibt es in diesem Reisebericht:
Erinnerungen an die 90er Jahre werden im nächsten Ort wach - wir hatten eine der letzten "Enten", die produziert wurden - eine rote!
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