Mit dem Wohnmobil von Norddeutschland durch Holland, Belgien und Frankreich an die Küste des spanischen BaskenlandsTeil 1 von x: Überwintern mit dem Wohnmobil im Westen Spaniens und in Portugal im Winter 2025/2026 Bei kalten Nächten bis minus 7 Grad durchqueren wir Frankreich und bleiben einige Tage an der relativ milden baskischen Küste. Unser erstes Ziel ist Mutriku. Die Berge fallen an der Küste des spanischen Baskenlandes steil ab zum Meer. Die Orte liegen in engen Tälern und es gibt Buchten mit schönen Sandstränden. Bevor wir entscheiden, ob es weiter nach Westen bis Galicien oder zunächst nach Süden bis Andalusien geht, besuchen wir noch Ondarroa und die schöne gemütliche Küstenstadt Lekeitio.
31.12.2025 / 01.01.2026 Husum - Treene 35 km Die erste Etappe unserer Überwinterungsreise endet schon nach ca. dreißig Minuten an der Treene im Südosten Nordfrieslands. Nein, wir haben keine Panne! Menschen und vor allem Hund wollen hier einen ruhigen Jahreswechsel ohne Böller verbringen und so fahren wir auf einen Platz in der unbewohnten Wildnis :-) Die nächsten wenigen Häuser sieht man in einiger Entfernung auf der anderen Seite der Treene.
Auf der anderen Seite der Treene in Hollingstedt lag auch mal ein Nordseehafen des Mittelalters! Kaum zu glauben aus heutiger Sicht, aber auf diesem kleinen Fluss verlief eine wichtige Handelsroute zwischen Nordsee und Ostsee. Damals gab es die Sperrwerke an der Eider und in Friedrichstadt noch nicht. Der Gezeitenwechsel reichte auf der Treene bis Hollingstedt und auf der Eider bis Rendsburg. Folglich war die flache Landschaft soweit im Landesinneren auch bei Sturmfluten gefährdet.
01./02.01.2026 Treene - Ganderkesee 281 km Wettermäßig zum Vergessen ist der Neujahrstag. Zwischen Rendsburg und Neumünster fahren wir bei 1 Grad durch dichtes Schneetreiben, weiter bei auf 4 Grad steigende Temperaturen durch Schneeregen und Regen. Entsprechend sieht der Parkplatz am Segelfluggelände Ganderkesee aus, den wir für die Übernachtung gewählt haben.
02./03.01. Ganderkesee - Nettetal - Zuydcote / Frankreich 602 km Um Schnee und tiefen Temperaturen einigermaßen zu entgehen, fassen wir zwei geplante Etappen zu einer zusammen. Wir übernachten nicht wie ursprünglich vorgesehen in Nettetal kurz vor der holländischen Grenze sondern machen auf einem verschneiten Waldparkplatz nur unsere Mittagspause im schönen Winterwald.
Gegen 16 Uhr, eine Stunde bevor die Sonne untergeht, erreichen wir Zuydcote an der französischen Kanalküste bei 4 Grad über Null und frischem Wind.
Der Blick von Zuydcote auf die belgische "Betonküste" am Horizont
Parkplatz mit Meeresrauschen hinter den Dünen
03./04.01. Zuydcote - Briosne-lès-Sables bei Le Mans 461 kmZwei Premieren auf dem Wohnmobil-Stellplatz Briosne-lès-Sables bei Le Mans! Bei überwiegend wolkenlosem Himmel und einem ca. 20minütigen Schneeschauer kurz vorm Ziel fahren wir am Samstag von der französischen Kanalküste zum Stellplatz in Briosne-lès-Sables bei Le Mans.
Einen Stellplatz mit blinkendem Weihnachtsbaum hatten wir noch nie und einen Baguette-Automaten auf dem Platz auch nicht.
Die Bedienung schafft man auch ohne Französischkenntnisse - Stückzahl wählen, Zahlungsart wählen, bezahlen und das knackige Baguette plumpst ins Ausgabefach.
04./05.01. Briosne-lès-Sables - Asques / Dordogne 427 kmBei winterlichen 6 Grad unter Null starten wir Sonntagmorgen in Briosne-lès-Sables und fahren zunächst mautpflichtig durch eine wunderschöne Rauhreif-Landschaft über A 28 und A 10 von Le Mans über Tours bis Poitier.
Ab Poitier geht es bei diesigem Wetter mautfrei über die N 10. In unserem Zielort Asques scheint dann wieder die Sonne. Es gibt einen winzigen Stellplatz mit einer phantastischen Aussicht für zwei Wohnmobile.
Damit meine ich nicht den Blick auf Kirche und Friedhofsmauer im Norden sondern über die Dordogne im Süden und Südwesten.
Bei solch einer Aussicht aus dem Wohnzimmer kann man doch mal selbst zum Kuschelcamper werden! Dank Hecksitzgruppe haben wir trotz der engen Parkplatzsituation freie Sicht über den Fluss auf die untergehende Sonne und den Abendhimmel - ist das nicht traumhaft schön und jedes Kuschelcamping wert?
05. bis 07.01. Asques / Dordogne /Frankreich - Mutriku / Baskenland / Spanien 315 kmBei minus 7 Grad starten wir Montagmorgen am wunderschönen Aussichtsplatz über der Dordogne in Asques. Man darf auf dem Stellplatz zwar 48 Stunden bleiben aber trotz wolkenlosem Himmel möchten wir doch rasch die etwas mildere Küste des spanischen Baskenlandes erreichen.
Bei Deba verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Küstenstraße mit toller Aussicht aufs Meer zu unserem Zielort Mutrika.
Hier führt uns Google Maps auf einer steilen kurvigen Straße durch den Ort bis zum Hafen ...
... und fordert uns trotz Sackgassenschild auf, durch das Arkadenhaus zu fahren - siehe Markierung im Foto.
Wir halten das für keine gute Idee und fahren wieder zurück zur Hauptstraße. GM hat sich inzwischen eine andere Route überlegt und so erreichen wir den Parkplatz, auf dem es laut P4N vier markierte Plätze für Wohnmobile gibt. Die Schilder hat man aber abgebaut und wir haben die freie Platzwahl. Das Verbotsschild für Wohnmobile bezieht sich auf die Straße in den Ort, Stichwort "Durchfahrt Arkadenhaus".
Wir stehen auf einem Platz mit frischem Gras, blühendem Klee, Gänseblümchen und Löwenzahn - was für ein Kontrast zu den Winterbildern des Tages aus Husum!
Etwas enttäuscht blicken wir aufs Meer und die "Festungsanlage" vor dem Hafen. Wo ist die von uns so geliebte Brandung des Atlantiks?
Die gibt´s am nächsten Morgen mit Windunterstützung bei immerhin plus 5 statt minus 7 Grad! Natur, wie wir sie lieben - im Wechsel mit blauem Himmel und Sonnenschein :-)
Hinter dem Schutzwall liegt ein sauberer vor Wellen geschützter Strand.
07. bis 10.01. Mutriku - Ondarroa - Lekeitio 24 kmNach nur viereinhalb Kilometern Fahrt durchs baskische Hügelland erreichen wir am Mittwoch unser nächstes Ziel, den Parkplatz am Strand Saturraran bei Ondarroa. Die Höhenbarrieren am Strandparkplatz wurden abgebaut, wir müssen also nicht auf den wohl für Wohnmobile vorgesehenen (nicht ausgeschilderten) Parkplätzen davor parken.
Auf der Fußgängerpromenade gehen wir unter der Steilküste am "Stadtstrand" von Ondarroa vorbei zum Ort mit mehreren Hafenbecken.
Wir fotografieren einige Wandgemälde (Murals), von denen es im Ort noch weitere gibt. Das trübe und kühle Wetter lockt uns aber nicht zu einer größeren Ortsbesichtigung.
Von Ondarroa fahren wir an der baskischen Küste etwas weiter nach Westen auf den kostenlosen Wohnmobilstellplatz von Lekeitio. Hier blühen nicht nur Löwenzahn und Gänseblümchen sondern auch eine Aloe oberhalb unseres Wohnmobils. Wir freuen uns über die milden zweistelligen Temperaturen - auch nachts! Die Heizung schalten wir erst kurz vor dem Frühstück ein, um die Raumtemperatur von 15 Grad etwas zu erhöhen. Kühler ist es in den Nächten in Lekeitio im Campingbus nicht geworden.
Ab Freitagmittag gibt es eine Sturmwarnung mit Böen bis 90 km/h aus Westen für die Küstenregion. Deshalb bleiben wir am Freitag hier und parken windgeschützt auf der Westseite des Platzes. Während auf dem Hügel gegenüber die Bäume kräftig im Wind schaukeln, merken wir hier absolut nichts.
Ein Beispiel für die "exotische" baskische Sprache zeigt schon das Schild auf dem Parkplatz, ein weiteres die Information über die Mariä Himmelfahrtskirche am Hafen von Lekeitio.
Neben der Kirche Mariä Himmelfahrt liegen Hafen und Strand der schönen gemütlichen baskischen Hafenstadt Lekeitio. Die weiteren Bilder zeigen unter anderem Eindrücke der abwechslungsreichen Architektur und der Steilküste.
Das Baskenland ist eine der regenreichsten Regionen Spaniens. Da bewährt sich solch ein Dach für den Wäschetrockner!
Typisch für Nordspanien: Die verglasten Balkone
Hier geht es zum nächsten Teil dieses Reiseberichtes. (demnächst)
Hier geht es zur Gesamtübersicht dieses Reiseberichtes.
Auf Facebook berichten wir während unserer Reisen fast täglich "live" mit Fotos und Angabe des Standorts. Bei Interesse bitte auf meiner Facebookseite auf "Folgen" klicken.
|